Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Einlagerung von Booten im Winter. Eigner, die an ihrem Boot im Winter arbeiten wollen, entscheiden sich zumeist für eine Hallenlagerung, andere hingegen für die Überwinterung der Yacht im günstigeren Außenlager. In einigen Yachthäfen – in warmen Regionen üblich – kann die Yacht im Winter sogar im Wasser bleiben. Und trailerbare Boote verbringen die kalten Monate nicht selten z.B. im heimischen Garten auf dem Trailer, in einer Scheune beim Bauern oder einem sonstigen dem Eigner zur Verfügung stehenden Stellplatz.

Ganz gleich wie jeder einzelne sich entscheidet: Die bestehende Yacht-Kasko-Versicherung sollte für jede Anforderung umfangreichen Versicherungsschutz bieten. Grundsätzlich ist der Aufenthalt im Winterlager im Rahmen der Kasko-Versicherungsbedingungen mitversichert – er ist Bestandteil der Ganzjahresdeckung, die hierzulande marktüblich ist.

„Und das ist auch gut und richtig so. Denn gerade im Winterhalbjahr haben die Versicherer in den vergangenen Jahren allein durch Feuer und Sturm Großschäden in Millionenhöhe zu verzeichnen gehabt, so Martina Hellhoff, Vertriebsverantwortliche für das Yachtgeschäft bei der Allianz Esa.“

Während es noch vor Jahren regelmäßig wiederkehrend die Nachfrage von Versicherungsnehmern gab, ob der Versicherungsschutz für die Winterzeit nicht ausgesetzt werden könne, sind durch die Vorkommnisse und Schadenberichte in der Presse die Eigner hellhörig und vorsichtiger geworden. Und die allgemein gültige Annahme, dass die Zeit des Winterlagers in einer Halle mehr Sicherheit bietet als anderweitige Aufenthalte im Freien, scheint nach den vergangenen Ereignissen mehr denn je in Frage gestellt zu werden.

„Die bloße Tatsache, dass der Aufenthalt des Schiffes im Winterlager im Rahmen der Kasko-Deckung üblicherweise mitversichert ist, sollte jedoch noch nicht sofort in Sicherheit wiegen“ so die Expertin. „Die Bedingungen am Markt unterscheiden sich teilweise erheblich voreinander. Dadurch weisen sie zumeist unterschiedliche Voraussetzungen und Formulierungen auf, die bezogen auf die individuelle Situation nicht selten interpretiert bzw. ausgelegt werden können.“

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Die für das Winterlager maßgeblichen Inhalte der Versicherung sollten einer Überprüfung standhalten: Für welche Aufenthaltsorte im Winter besteht Versicherungsschutz? Ist Kranen/Slippen mitversichert – auch dann, wenn diese Vorgänge durch Dritte, z.B. Werften, Hafenmeister, Kranführer, Vereinsmitglieder oder Bekannte durchgeführt werden? Sind Landtransporte eingeschlossen, besteht Versicherungsschutz für ausgelagerte Gegenstände und wenn ja unter welchen Voraussetzungen, und natürlich, wie ist an Bord verbleibendes Zubehör gegen Diebstahl zu sichern und vieles mehr.

„Die Anforderungen an das Winterlager sind breit gestreut. Bei Unsicherheit oder vorhandenem Klärungsbedarf tut jeder Eigner gut daran, eine konkrete Auskunft von seinem Versicherungspartner zu verlangen.“ so Martina Hellhoff.

Quelle: Danke an Martina Hellhoff für diesen Artikel